Stephanie Schweiger
Studiengang
Angewandte Psychologie (B. Sc.)Erlernter Beruf
Examinierte AltenpflegerinGeburtsjahr
1987Stephanie Schweiger, Jahrgang 1987, zweifache Mutter und in Vollzeit berufstätig, steht kurz vor dem Abschluss des APOLLON Bachelorstudiengangs Angewandte Psychologie (B. Sc.) – und plant bereits das anschließende Master-Studium. Wie sie sich trotz Hauptschulabschluss ihren Traum vom Studium erfüllte, was sie antreibt und wie sie Herausforderungen bewältigt, hat sie uns im Interview berichtet.
Frau Schweiger, erzählen Sie uns von sich – wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?
Stephanie Schweiger: Nach dem Hauptschulabschluss machte ich eine Ausbildung bei der Post und danach eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Als examinierte Altenpflegerin und Fachkraft für Gerontopsychiatrie habe ich dann einige Jahre als Pflegedienstleitung gearbeitet. 2016, mittlerweile war ich verheiratet mit zwei Kindern, bekam ich eine Art Sinnkrise: Ich wollte Dinge verändern, Bedingungen in meinem Job und im Gesundheitssystem im Allgemeinen verbessern, stieß dabei aber schnell an meine Grenzen. Mir wurde klar, dass ich in dieser Hinsicht auf meiner beruflichen Ebene nichts erreichen konnte. Zudem sah ich mich unter den bestehenden Umständen nicht ein Leben lang in der Pflege arbeiten. Deshalb suchte ich nach Möglichkeiten, mich auf akademischem Niveau weiterzubilden. Dank meiner langjährigen Berufserfahrung und diversen Fort- und Weiterbildungen, die ich im Laufe der Jahre absolviert hatte, konnte ich schließlich trotz Hauptschulabschluss an der APOLLON Hochschule studieren. Ich startete mit dem Bachelor Pflegemanagement, wechselte jedoch nach einem Jahr zum Bachelor Angewandte Psychologie. In diesem Sommer gebe ich meine Bachelor-Thesis ab und möchte danach direkt den Master Angewandte Psychologie anschließen. Während meines Studiums war ich die ganze Zeit in Vollzeit berufstätig. Im August beginne ich übrigens nicht nur das Masterstudium, sondern auch einen neuen Job, auf den ich mich sehr freue und den ich ohne mein Studium sicher nicht bekommen hätte.
Wie und warum sind Sie darauf gekommen, ein Fernstudium bei APOLLON zu beginnen?
Es war von Anfang an klar, dass ich nebenberuflich studieren würde. Wir hatten uns als Familie einen gewissen Lebensstandard erarbeitet, den es zu erhalten galt, insofern wollte ich unbedingt weiter arbeiten. Ich recherchierte im Internet und stieß schnell auf die APOLLON Hochschule mit ihren vielen positiven Bewertungen durch Studierende und Absolvent:innen. Wegen meines Hauptschulabschlusses machte ich mir zu Beginn ein bisschen Sorgen, wurde aber vom Studienservice sehr gut und intensiv beraten und schließlich zum Studium zugelassen.
Wie kam es dazu, dass Sie zunächst den Bachelor Pflegemanagement studierten und später zum Bachelor Angewandte Psychologie wechselten?
Für den Bachelor Pflegemanagement hatte ich mich 2016 entschieden, weil ich annahm, dass es ein Bereich sei, in dem ich in meinem Berufsleben schon bestimmte Vorkenntnisse erworben hatte. Eigentlich galt mein Interesse spätestens seit der Ausbildung zur Altenpflegerin der Psychologie, aber damals traute ich mir ein Studium einfach nicht zu und hatte Angst, dass das Fach zu schwierig für mich sein würde. So startete ich also mit dem Bachelor Pflegemanagement und lernte das Studieren an sich kennen. Ich merkte aber bald, dass der Studiengang nicht wirklich zu meinen Interessen passte, denn im Grunde wollte ich ja perspektivisch raus aus dem Pflegebereich. Im Dezember 2017 entschied ich mich schließlich, es doch mit dem Bachelor Angewandte Psychologie zu probieren.
Wie gestaltete sich das Studium für Sie?
Anfangs war es sehr schwierig für mich. Ich hatte schon einige Fernlehrgänge und Fernweiterbildungen gemacht und angenommen, ein Fernstudium sei ähnlich aufgebaut. Aber: Natürlich ist ein Studium viel komplexer und die Inhalte wesentlich umfangreicher. Mein Mann hatte auch studiert, aber damals war er Vollzeitstudent in Präsenz, insofern war seine Studienzeit mit meiner Situation nicht vergleichbar. Mit Vollzeitjob und zwei Kindern fiel es mir schwer, regelmäßig Zeit fürs Lernen freizuschaufeln. Mein Mann hat mich sehr unterstützt, wir haben es nach und nach so arrangiert, dass ich bestimmte Abende in der Woche, aber auch stundenweise am Wochenende, an freien Tagen und im Urlaub lernen konnte. Das war trotzdem immer ein Spagat, denn zwischendurch plagte mich auch das schlechte Gewissen gegenüber meiner Familie, insbesondere meinen Kindern. Auf der anderen Seite sagte ich mir aber immer wieder, dass ich durch das Studium letztlich langfristig meine Arbeitsbedingungen verbessere, so dass ich zum Beispiel keine Schicht- und Wochenenddienste mehr würde machen müssen. Insgesamt kam ich wegen der äußeren Umstände mit dem Lernen nur langsam voran, musste auch zwischendurch pausieren, wenn die Belastungen zu groß wurden. Trotzdem konnte ich mich immer wieder damit motivieren, dass ich mir mit dem Studium einen ganz neuen, viel größeren beruflichen Handlungsspielraum erarbeiten würde. Für mich war klar: Wie ich arbeite, möchte ich selbst definieren – und mein Studium bringt mich diesem Vorhaben Schritt für Schritt näher.
Was sind für Sie die Vorteile und Herausforderungen des Fernstudiums?
Der größte Vorteil für mich ist, dass ich zeitlich komplett flexibel bin. Ich kann mir meine eigene Zeitplanung machen und diese meinen Lebensumständen anpassen. Sämtliche Prüfungen mache ich erst, wenn ich bereit dazu bin und muss auch nicht, wenn ich einen Termin versäumt habe, monatelang auf einen neuen Termin warten. Positiv bei APOLLON ist auch, dass ich trotz der Distanz immer Ansprechpartner:innen habe. Wenn man Input braucht, Verständnisfragen hat oder, wie in meinem Fall, Probleme mit einem Thema wie Statistik, gibt es immer Tutor:innen oder Dozent:innen, die einem hilfreich zur Seite stehen. Eine Herausforderung war für mich zu Beginn des Studiums das wissenschaftliche Arbeiten, das aber in einem Tutorium und über die Studienhefte sehr gut erklärt wurde. Herausfordernd war für mich zudem immer wieder, zu akzeptieren, dass es Phasen gab, in denen ich nicht produktiv sein konnte. Es war dann aber jeweils umso schöner, wenn es wieder besser lief.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Jetzt stehen erst einmal mein Bachelor-Abschluss, der anschließende Master und die neue Stelle im Bereich Pädagogik und Soziale Arbeit an. Ich träume davon, irgendwann eine eigene Praxis zu eröffnen, am liebsten im Bereich Opferschutz, Sucht-, Erziehungs- und Krisenberatung.
Angewandte Psychologie studieren
Möchten Sie menschliches Verhalten besser nachvollziehen, Motivation gezielt fördern oder Konflikte konstruktiv lösen? Ein Studium der Psychologie vermittelt Ihnen genau diese Kompetenzen. In einer zunehmend komplexen Gesellschaft – besonders im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft – sind solche Fähigkeiten heute gefragter denn je.
Ob in der Beratung von Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden, in der Prävention und Gesundheitsförderung oder in der Marktforschung: Die beruflichen Möglichkeiten sind ebenso vielfältig wie die Psychologie selbst. Praxisnahe psychologische Ansätze liefern dabei wertvolle Erkenntnisse und tragen zu effizienten Ergebnissen, höherer Leistungsfähigkeit und stärker motivierten Teams bei.