Miriam Taube
Studiengang
Bachelor GesundheitstourismusErlernter Beruf
Gesundheits-und KrankenpflegerinGeburtsjahr
1988Miriam Taube hat im April 2025 erfolgreich den Bachelor Gesundheitstourismus (heute: Tourism Management in Health & Wellness) an der APOLLON Hochschule abgeschlossen – berufsbegleitend und mit viel persönlichem Einsatz. Im Interview erzählt sie, wie sie vom Pflegeberuf zur barrierefreien Reiseberatung kam, warum sie sich für ein Fernstudium entschieden hat und welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat.
Frau Taube, erzählen Sie uns bitte kurz von Ihrem Werdegang.
Miriam Taube: Nach dem Abitur habe ich mich ein Jahr im Europäischen Freiwilligendienst engagiert. Nach meiner anschließenden Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Wien und Hamburg habe ich bis Ende 2024 in dem Beruf gearbeitet. Seit Januar 2025 bin ich als Reiseverkehrskauffrau bei „Reisen von Welt“ im Bereich „Reisen ohne Grenzen“ tätig und organisiere dort Reisen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die zum Beispiel einen Rollator oder Rollstuhl benötigen, sowie für Dialysepatientinnen und -patienten. Im April 2025 habe ich den Studiengang Bachelor Gesundheitstourismus (mittlerweile Tourism Management in Health & Wellness, Anm. d. Red.) erfolgreich abgeschlossen.
Wie sind Sie darauf gekommen, ein Fernstudium zu beginnen? Und warum haben Sie sich für Ihren Studiengang und die APOLLON Hochschule entschieden?
Durch die auch körperlich anspruchsvolle Arbeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin bekam ich mit der Zeit Rückenprobleme und wusste, dass ich diesen Job nicht bis ins Rentenalter würde ausüben können. Ich sah meine berufliche Zukunft jedoch nicht in einem klassischen Bürojob und wollte nicht völlig „patientenfern“ arbeiten. Im Rahmen meiner Tätigkeit hatte ich viel mit Patientinnen und Patienten zu tun, die zum Beispiel querschnittgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen waren.
Oft kam in solchen Fällen die Frage auf, ob und wie Reisen mit derartigen Beeinträchtigungen noch möglich wären. Mich interessierte das Thema und ich begann nach Weiterbildungsmöglichkeiten zu recherchieren, die medizinisches Wissen mit Reisen und Tourismus verbinden. Schnell entdeckte dabei den Studiengang Bachelor Gesundheitstourismus an der APOLLON Hochschule, der mich inhaltlich sehr beeindruckte. Auch das Fernstudium war für mich eine naheliegende Lösung: Ich müsste für das Studium weder umziehen noch pendeln und könnte gleichzeitig weiter arbeiten und Geld verdienen.
Wie gestaltete sich das Fernstudium für Sie?
Mangels geregelter Arbeitszeiten hatte ich keinen festen Lernplan. An freien Tagen habe ich viel fürs Studium getan, an den Wochenenden klappte es – abhängig von meinem Dienstplan – meist nicht so gut mit dem Lernen. Zwischendurch gab es bei mir einen Jobwechsel und dadurch eine längere Phase, in der ich mit dem Studium pausierte. 2024 konnte ich viele ruhigere Nachtdienste und auch längere Zugfahrten zu meiner Familie zum Lernen nutzen.
Eine Weile war ich Teil einer kleinen Lerngruppe in Hamburg. Wir hatten uns beim APOLLON Stammtisch kennengelernt, per WhatsApp vernetzt und dann regelmäßig in der Stadtbibliothek getroffen. Auch die Online-Lerngruppe „CoStudySpace“ des Vereins Arbeiterkind e. V. habe ich ausprobiert, leider passte es nicht immer mit den Terminen für mich, ich habe jedoch einige Male daran teilnehmen können und mich dadurch mehr motivieren können.
Welche Vorteile und Herausforderungen bietet das Fernstudium aus Ihrer Sicht?
Angenehm war, dass ich mir alles selbst einteilen und nebenbei arbeiten konnte, um mir das Studieren auch leisten zu können. Durch die flexible Gestaltung des Fernstudiums war der Druck für mich nicht so groß: Ich musste nicht das Semester in einem festgelegten Zeitrahmen schaffen oder die Klausur zu einem bestimmten Termin schreiben. Ich habe mir jeweils Zeit genommen, mich in meinem Tempo vorzubereiten und mich erst, wenn ich soweit war, für die Klausur angemeldet.
Herausfordernd für mich war trotz aller Flexibilität die Vereinbarkeit mit dem Schichtdienst. Mitunter war es auch nicht ganz leicht, mich immer wieder selbst zu motivieren, aber letztlich war es die Aussicht auf eine andere Art der Arbeit nach dem Studium, die mich dann doch immer wieder weitermachen ließ.
Hat Ihr Studium Sie Ihren beruflichen oder persönlichen Zielen nähergebracht und wie praxisorientiert war Ihr Studiengang?
Ja! Ich arbeite jetzt im Reisebüro mit einem jungen, tollen Team zusammen und mache eigentlich genau das, was ich mir vorgestellt hatte: Ich unterstütze Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Dialysepatientinnen und -patienten dabei, die richtige, barrierefreie Reise für sich zu finden und zu buchen. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und ich bin immer noch nah an den Patientinnen und Patienten.
Im Studium wurden wirklich spannende Inhalte vermittelt und ich habe viel neues Wissen erworben. Ein Highlight für mich war, als ich einen Vortrag über die Planung einer Kreuzfahrtreise für Rheumatiker:innen auf der Fachtagung der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin vor der versammelten Ärztinnen- und Ärzteschaft halten durfte – das hat sich sehr positiv auf mein Selbstbewusstsein ausgewirkt. Ich empfand meinen Studiengang als praxisnah. Natürlich stehen auch eher trockene Inhalte wie Betriebswirtschaftslehre auf dem Lehrplan, aber durch die Fallaufgaben wurde immer wieder ein praktischer, alltagstauglicher Bezug hergestellt.
Haben Sie Tipps für Menschen, die sich für ein nebenberufliches Fernstudium interessieren?
Ich glaube, dass es wichtig ist, wirklich das richtige Studium für sich auszuwählen und ein Ziel vor Augen zu haben, dann funktioniert es besser. Mir hat im Fernstudium das Vernetzen mit den Mitstudierenden gut gefallen, in einigen WhatsApp-Gruppen beteilige ich mich auch jetzt noch, ich mag es einfach, Wissen weiterzugeben und mich auszutauschen.