ErfahrungsBerichte

Viviane Grau
(B. A.)

Erlernter Beruf Staatliche anerkannte Erzieherin / Gesundheitstherapeutin
GeburtsJahr 1992

Mit viel Disziplin zum Abschluss – und in den neuen Job

Viviane Grau, Jahrgang 1992, hat im Studiengang Bachelor Soziale Arbeit (B. A.) an der APOLLON Hochschule ein enormes Tempo vorgelegt: Nur eineinviertel Jahre hat sie von der Immatrikulation bis zum Abschluss gebraucht. Wie sie das so schnell schaffen konnte und was ihr das Fernstudium gebracht hat, erzählt sie im Interview.

Frau Grau, erzählen Sie uns bitte, wie Ihr Werdegang aussieht.   

Viviane Grau: Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zur Erzieherin und über ein Anerkennungsjahr mein Fachabitur in Bayern gemacht. Ich schloss danach eine nebenberufliche Ausbildung als Gesundheitstherapeutin im Bereich Körperarbeit und eine Weiterbildung zur
Stressmanagement-Trainerin an und arbeitete mehrere Jahre in verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe, etwa mit Flüchtlingen und mit seelisch beeinträchtigten Jugendlichen.
2020 begann ich, den Bachelor Soziale Arbeit an der APOLLON Hochschule zu studieren, war im Herbst 2021 fertig und arbeite seitdem als Bezirkssozialarbeiterin beim Jugendamt.

Wie kam es zu dem Fernstudium?  

Ein Kollege aus der Jugendhilfe hat mich motiviert, gemeinsam mit ihm ins Studium zu
starten. Von ihm ging auch die Initiative aus: Er hat die Recherche gemacht, die APOLLON Hochschule und passende Studiengänge herausgefiltert. Es war schnell klar, dass es der Bachelor Soziale Arbeit sein sollte. Für mich kam nur ein nebenberufliches Fernstudium in Frage, vor allem aus finanziellen Gründen. Mein Mann, der selbst noch in der Ausbildung steckte, und ich bauten damals ein Haus zusammen, so dass ein Präsenzstudium in
Vollzeit für mich finanziell nicht machbar gewesen wäre. Ich war auf mein Gehalt
angewiesen und es war klar, dass ich meinen Job weitermachen möchte.

Warum haben Sie sich für den Studiengang Soziale Arbeit entschieden?     

Die Soziale Arbeit zieht sich als roter Faden durch mein Berufsleben. Besonders die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat für mich immer gut funktioniert. Ich bin der festen Überzeugung, dass man gerade in dieser prägenden Phase des Lebens noch viel verändern und den jungen Menschen Gutes tun kann. Das Studium sollte für mich einen direkten Mehrwert haben. Ich wollte auf meine Erfahrungen aufbauen, die Theorie
vertiefen, um die Praxis noch besser ergänzen können. Mich interessierte besonders der Aspekt Entwicklungspsychologie, aber auch das wissenschaftliche Arbeiten.

Hatten Sie bestimmte Erwartungen ans Studium?    

Ich hatte kaum Erwartungen, ich bin ja eher spontan ins Studium hineingestolpert.
Gewisse Ängste kamen bei mir im Vorfeld wegen meiner Lese-Rechtschreibschwäche auf. Ich wusste nicht, ob ich in dieser Hinsicht einem Studium gewachsen sein würde. Aber ich wurde schnell positiv überrascht: Der Fokus lag von Anfang an auf Inhalten und fundierter Arbeit, Rechtschreibfehler rückten völlig in den Hintergrund, so dass ich deshalb nicht
unter Druck geriet. Ich habe oft die Diktierfunktion des Laptops genutzt und merkte sogar, wie sich das Lesen und Schreiben im Laufe des Studiums für mich immer weiter
verbesserte – ich musste schließlich ständig üben. Respekt hatte ich zum Beispiel auch vor der Statistik-Prüfung, denn Mathematik war nie meine Stärke. Aber am Ende wurde gerade Statistik besonders gut erklärt und ich hatte überhaupt keine Probleme damit. Dafür fiel mir ein anderes Thema schwerer, mit dem ich mich vermeintlich bestens auskannte.

Wie sind Sie mit dem Fernstudium zurechtgekommen?  

Ich bin sehr diszipliniert und arbeite strukturiert, das kam mir im Studium zugute. Um schnell und effektiv weiterzukommen, habe ich mir regelmäßig Lernziele gesetzt und
Termine festgelegt. Ich machte mich immer direkt an die Arbeit und konnte mir alles so einteilen, dass es in meinen Zeitplan passte. Für mich war das perfekt, ich neige nicht dazu, Dinge aufzuschieben. Auch das ortsungebundene Lernen ohne Präsenzverpflichtung kam mir sehr entgegen. Ich hatte meine Module mit Bedacht gewählt, für mich war klar, dass ich schnell studieren möchte und nach eineinviertel Jahr war ich dann auch mit dem
Studium fertig und weit unter der Regelstudienzeit geblieben. Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass ich wirklich alles hinten angestellt habe: Es gab für mich während des Studiums keinen Urlaub, keine Freizeit, keine Wochenenden.

Wie ging es für Sie nach dem Studium weiter und was planen Sie für die Zukunft?

Ich habe im Oktober 2021 das Studium beendet und im November direkt beim örtlichen Jugendamt angefangen. Es war ein großes Glück, dass ich diese Stelle bekommen habe: Während des Studiums hatte ich zufällig die Anzeige in der Zeitung entdeckt und mich
beworben. Um hier in Bayern die staatliche Anerkennung zu erhalten, absolviere ich nun noch ein Anerkennungsjahr. Später ist dann die Verbeamtung möglich. Die Arbeit im
Jugendamt gefällt mir sehr gut, dort möchte ich bleiben. Ich genieße es auch, mich jetzt wieder voll auf die Familie konzentrieren zu können. Aber vielleicht hänge ich irgendwann nochmal ein Psychologiestudium dran…