Anna-Elisabeth Schikowski
Studiengang
Master Public Health Prävention & psychische GesundheitErlernter Beruf
Gesundheits- und KrankenpflegerinGeburtsjahr
1983„Krankheit gelernt, Gesundheit studiert“
Anna-Elisabeth Schikowski, Jahrgang 1983, ist Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im Studentenwerk Schleswig-Holstein. An der APOLLON Hochschule absolvierte sie den Bachelorstudiengang Präventions- und Gesundheitsmanagement (B. A.) (Anm. d. R.: Jetzt Bachelor Public Health B. A.) sowie den Masterstudiengang Public Health – Prävention und psychische Gesundheit (M. Sc.). Im Interview spricht sie über ihren beruflichen Wandel, die Herausforderungen eines Fernstudiums mit Familie und darüber, wie sie ihre berufliche Zukunftsvision von betrieblichem Gesundheitsmanagement verwirklicht hat.
Frau Schikowski, wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?
Anna-Elisabeth Schikowski: Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht und mehrere Jahre vor allem in der Intensivmedizin gearbeitet. Mit der Zeit entstand in mir jedoch der Wunsch, mich weniger mit der Behandlung von Krankheiten und stärker mit dem Erhalt und der Förderung von Gesundheit zu beschäftigen.
Während meiner zweiten Elternzeit begann ich deshalb ein Fernstudium im Bachelor Präventions- und Gesundheitsmanagement an der APOLLON Hochschule mit dem Ziel, mich für meinen Wunschjob im BGM zu qualifizieren. Als ich meinen Bachelor abgeschlossen hatte, begann die Pandemie. Meine zwei Kinder waren zu Hause, Stellen im BGM waren rar – für mich war das der ideale Zeitpunkt, direkt den Master anzuschließen. In dieser Zeit ergaben sich auch erste berufliche Möglichkeiten im neuen Fachbereich. Parallel arbeitete ich als Werkstudentin im Kieler Gesundheitsministerium. Anschließend wechselte ich in das Kieler Gesundheitsamt und beschäftigte mich intensiv mit dem Pandemiemanagement. Schließlich erhielt ich meine heutige Position im Studentenwerk Schleswig-Holstein, wo ich das Betriebliche Gesundheitsmanagement leite.
Wann, wie und warum sind Sie darauf gekommen, ein Fernstudium an der APOLLON Hochschule zu beginnen?
Der Wunsch nach beruflicher Veränderung entstand bereits während meiner Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich wollte nicht länger ausschließlich Krankheiten behandeln, sondern Gesundheit aktiv gestalten.
Ein Fernstudium war für mich die einzige realistische Option, da ich bereits Mutter war und Familie und Studium miteinander vereinbaren musste. Das Curriculum der APOLLON Hochschule überzeugte mich sofort: Im Bachelor die Kombination aus Gesundheit und Betriebswirtschaft, im Master die vertiefte Auseinandersetzung mit Public Health und psychischer Gesundheit. Inhaltlich war es genau das, was ich gesucht habe.
Welche Ziele haben Sie mit dem Fernstudium verfolgt?
Neben meiner fachlichen Weiterentwicklung wollte ich den Schritt raus aus der direkten Patientenversorgung und hinein in ein neues Arbeitsumfeld schaffen. Ich sage gern: Ich habe Krankheit gelernt und Gesundheit studiert.
Für mich war das Studium ein wichtiger Baustein, um eine Führungsrolle zu übernehmen – dafür war mindestens ein Bachelorabschluss erforderlich. Im Bewerbungsgespräch für meine aktuelle Tätigkeit konnte ich meine klare Vision von betrieblichem Gesundheitsmanagement darstellen, was mir letztlich sehr geholfen hat.
Wie gestaltete sich das Studium für Sie?
Ich habe wenig geschlafen und oft abends und am Wochenende gelernt. Familie, Hausbau und Studium parallel zu stemmen, war herausfordernd, aber ich habe das Studium nie als Belastung empfunden. Im Gegenteil: Es hat mich motiviert und inspiriert.
Schwierig war es manchmal, die eigenen Leistungsansprüche hinter die Bedürfnisse der Familie zu stellen. Wenn meine Kinder während der Klausurvorbereitung krank wurden, hatten sie selbstverständlich Priorität. Dann musste ich akzeptieren, dass es nicht immer die Bestnote wird. Das kratzt am Ego, aber es schärft auch den Blick für das Wesentliche – und ich bin meinem Mann und meiner Familie sehr dankbar, dass sie mich immer unterstützt haben.
Flexibilität war für mich der Schlüssel. Dinge laufen nicht immer nach Plan – das muss man annehmen. Gleichzeitig habe ich mir bewusst Pausen gegönnt. Nach einem abgeschlossenen Modul auch einmal zwei Wochen nichts zu tun, war wichtig. Man muss lernen, achtsam und wertschätzend mit sich selbst umzugehen. Das Studium ist kein Sprint, sondern ein Marathon und unterwegs wird ein langer Atem benötigt.
Was ist Ihnen am Fernstudium besonders positiv aufgefallen?
Die Studiengänge sind ausgesprochen praxisnah, das habe ich zum Teil erst später im Berufsalltag richtig erkannt. Viele Inhalte konnte ich direkt anwenden.
In meiner Masterarbeit habe ich mich beispielsweise mit dem Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz beschäftigt – ein bislang wenig erforschtes Feld. Die von mir erarbeiteten Vorschläge zur Förderung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Frauen in den Wechseljahren am Arbeitsplatz darf ich nun direkt im Studentenwerk Schleswig-Holstein umsetzen. Die Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Praxis ist ein toller Synergieeffekt!
Besonders geschätzt habe ich auch die Präsenzseminare, bei denen man Mitstudierende persönlich kennenlernen konnte. Die Betreuung durch die Lehrenden, gerade während der Thesisphase, war sehr eng und von Verständnis geprägt. Auch die flexible Reaktion der Hochschule auf die Pandemiebedingungen im Bachelorstudium habe ich als große Stärke erlebt.
Haben Sie Tipps für Menschen, die sich für ein Fernstudium interessieren?
Am Anfang des Studiums hatte ich noch keinen konkreten Plan, wie ich gut durch das Studium komme. Durch geschaffte Prüfungen wurde dieser jedoch immer konkreter, da mein Erfahrungshorizont auch immer weiter wuchs. Daher möchte ich allen Interessierten Mut machen, sich einzuschreiben und das Vertrauen zu haben, dass sich der individuell passende Weg mit der Zeit ergeben wird. Wichtigste Voraussetzung für mich und meine Situation war, dass mein Mann und Familie meinem Entwicklungswunsch positiv gegenüberstanden und mich unterstützt haben und ich so auch die Freiheit für Lernzeiten erhalten habe. Denn diese müssen auf jeden Fall geplant werden. Ich habe enorm von der Flexibilität des Fernstudiums profitiert und würde diesen Weg jederzeit wieder gehen.
Für die Masterarbeit empfehle ich, ein Thema zu wählen, das einen wirklich begeistert – und dabei ruhig mutig zu sein. Oft lohnt es sich, Bereiche zu erschließen, die noch nicht umfassend erforscht sind. Motivation entsteht aus der Freude an dem, was man tut, das habe ich in meinem Studium immer wieder erlebt.