APOLLON Absolvent Abdelmeneim Mohamed MPH Prävention und Gesundheit

Abdelmeneim Mohamed


Studiengang

Master Public Health Prävention & psychische Gesundheit

Erlernter Beruf

Public Health Spezialist

Geburtsjahr

1990

Neuanfang in Deutschland: Mit Hartnäckigkeit ans Ziel

Abdelmeneim Mohamed, 1990 geboren, ist Public-Health-Experte mit internationalem Hintergrund. Nach seinem Studium der Gesundheitswissenschaften in Libyen arbeitete er als Spezialist für Infektionsprävention und -kontrolle, bevor er 2018 aufgrund der politischen Lage nach Deutschland flüchtete. Hier startete er beruflich neu und sammelte wertvolle Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen. An der APOLLON Hochschule absolvierte er den Masterstudiengang Public Health mit dem Schwerpunkt Prävention und psychische Gesundheit. Im Interview spricht er über seinen Neuanfang in Deutschland, die Herausforderungen eines Fernstudiums neben dem Beruf – und darüber, warum Prävention für ihn der Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Gesundheitssystem ist. 

 

Herr Mohamed, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?  

Abdelmeneim Mohamed: Von 2007 bis 2012 habe ich Public Health in Libyen studiert. Anschließend arbeitete ich als Spezialist für Infektionsprävention und -kontrolle in einem Unfallkrankenhaus. 2018 musste ich aufgrund der politischen Instabilität nach Deutschland flüchten. Der Start hier war schwierig: Meine Qualifikationen wurden nicht sofort anerkannt, und die Sprachbarriere war groß. Ab 2019 arbeitete ich als Pädagogische Fachkraft mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Rückblickend war das aber keinesfalls ein Umweg, sondern vielmehr eine wichtige Bereicherung für mich. Diese Tätigkeit hat meine Perspektive auf vulnerable Gruppen und die sozialen Determinanten von Gesundheit grundlegend verändert.

 

Was hat Sie dazu motiviert, ein Fernstudium aufzunehmen?

Ich wollte in meinen ursprünglichen Beruf im Public-Health-Bereich zurückkehren. Dafür war jedoch ein deutscher Abschluss notwendig, um zu zeigen, dass ich das deutsche Gesundheitssystem, seine Gesetze und Standards verstehe. Ein Präsenzstudium kam für mich nicht infrage, da ich als Hauptverdiener meiner Familie in Vollzeit arbeiten musste. Das Fernstudium war für mich die einzige realistische Möglichkeit, Beruf und akademische Weiterbildung zu verbinden.

 

Warum haben Sie sich für die APOLLON Hochschule entschieden?

Die APOLLON Hochschule ist auf Gesundheitswissenschaften spezialisiert – nicht auf allgemeine Betriebswirtschaft. Das war für mich entscheidend. Außerdem brauchte ich maximale Flexibilität und einen jederzeit möglichen Studienstart. Der gute Ruf der Hochschule spielte ebenfalls eine Rolle. Ich hatte gehört, dass Absolventinnen und Absolventen auf dem deutschen Arbeitsmarkt anerkannt sind. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte mich. Die Website vermittelte mir klar: Diese Institution versteht berufstätige Studierende – nicht nur klassische Bachelorstudierende direkt nach dem Abitur, sondern Menschen wie mich mit Berufs- und Lebenserfahrung.

 

Warum haben Sie den Master Public Health mit dem Schwerpunkt Prävention und psychische Gesundheit gewählt? 

Der Schwerpunkt Umwelt und Gesundheit wäre naheliegend gewesen. Doch in meiner täglichen Arbeit habe ich gesehen, dass psychische Belastungen häufig das größte Problem darstellen: Burnout, Angststörungen oder Depressionen bei Mitarbeitenden und Bewohnerinnen und Bewohnern. Psychische Gesundheit ist aus meiner Sicht ein blinder Fleck im deutschen System. Der Aspekt Prävention interessiert mich besonders, weil es hier nicht um Krisenmanagement geht, sondern darum, Probleme im Vorfeld zu verhindern. Das ist für mich echte Public Health. Mit meinem internationalen Hintergrund und meiner Erfahrung mit vulnerablen Gruppen konnte ich hier eine besondere Perspektive einbringen.

 

Welche Herausforderungen mussten Sie im Masterstudium meistern?

Die erste große Herausforderung war die Sprache. Deutsche wissenschaftliche Texte sind komplex, mit langen Sätzen und vielen Fachbegriffen. Mein Alltagsdeutsch reichte dafür zunächst nicht aus. Ich habe Texte mehrfach gelesen, Wörterbücher genutzt und konsequent weitergearbeitet. Hartnäckigkeit war entscheidend. Die zweite Herausforderung war die Zeit. Ich arbeitete 35 Stunden pro Woche in einem emotional fordernden Beruf und lernte zusätzlich täglich zwei Stunden, am Wochenende noch mehr. Mein Leben war streng organisiert: feste Lernzeiten, kaum Ablenkung. Meine Kolleginnen und Kollegen wussten, wie wichtig mir das Studium war, und unterstützten mich. Die dritte Herausforderung war die Isolation. Ein Fernstudium kann einsam sein. Ich nutzte WhatsApp-Gruppen, nahm an Public-Health-Talks teil und engagierte mich in Online-Foren. Das half mir sehr.

 

Gab es auch positive Überraschungen?

Ja, mehrere. Meine Erfahrungen und mein Wissen waren keineswegs veraltet. In den Epidemiologie-Modulen zeigte sich, dass vieles weiterhin aktuell ist – das war sehr ermutigend. Auch die deutsche Gesundheitspolitik hat mich stärker interessiert als erwartet. Das Sozialgesetzbuch ist komplex, aber seine Struktur ist logisch und durchdacht. Ich habe dadurch das System besser verstanden. Besonders wichtig war meine Masterarbeit. Sie war keine rein akademische Übung, sondern untersuchte ein reales Problem aus meiner beruflichen Praxis: Wie nehmen Heilerziehungspfleger:innen Gesundheitsförderungsmaßnahmen wahr? Die Ergebnisse sind für meine tägliche Arbeit relevant. Nach mehreren Jahren als Pädagoge hatte ich Zweifel, ob ich noch „Wissenschaftler“ bin. Doch ich habe gemerkt: Wissenschaft ist wie das Lösen eines Puzzles – und das ist für mich nach wie vor faszinierend.

 

Wie haben Sie Studium, Beruf und Privatleben vereinbart?

Es war die anstrengendste Zeit meines Lebens. Ich lernte montags bis freitags von 20:00 bis 22:30 Uhr, samstags vier bis fünf Stunden am Morgen und sonntags zwei bis drei Stunden – insgesamt etwa zwölf bis fünfzehn Stunden pro Woche. Das bedeutete Verzicht: weniger Haushalt, weniger soziale Kontakte, weniger Freizeit. Mein Leben war stark fokussiert, manchmal vielleicht zu sehr, aber es war notwendig. Meine Kolleginnen und Kollegen zeigten Verständnis, auch wenn ich gestresst war. Ich habe bewusst kleine Pausen eingeplant und Bewegung war mir wichtig: Ich laufe viel. Das hat mir geholfen, nicht auszubrennen.

 

Welche beruflichen und persönlichen Ziele haben Sie mit dem Studium verfolgt?

Beruflich hatte ich das klare Ziel, in den Public-Health-Bereich zurückzukehren. Mit dem Master habe ich mich auf Positionen als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektmitarbeiter in der Forschung, Referent für Prävention und Gesundheitsförderung sowie als Fachkraft im Betrieblichen Gesundheitsmanagement beworben und erste Vorstellungsgespräche stehen bevor. Persönlich wollte ich mir selbst beweisen, dass ich es trotz Flucht, Sprachbarriere und schwierigem Start in Deutschland schaffe. Dieses Ziel habe ich erreicht.

 

Wie praxisnah war das Studium aus Ihrer Sicht?

Sehr praxisnah – mehr, als ich erwartet hatte. Die Module kombinierten Theorie mit realen Szenarien. Im Bereich Prävention entwickelten wir eigene Interventionsmaßnahmen für unsere Arbeitsplätze. Ich konnte Programme direkt für meine Einrichtung konzipieren und erproben. Auch in der Epidemiologie arbeiteten wir mit realistischen Fallaufgaben, etwa zur Ausbruchskontrolle oder Datenanalyse. Das war keine abstrakte Mathematik, sondern anwendbare öffentliche Gesundheit. Meine Masterarbeit war vollständig praxisorientiert: reale Fragestellung, reale Interviews, reale Daten. Die Erkenntnisse fließen direkt in meine berufliche Praxis ein. Für jemanden, der parallel arbeitet, war diese Verbindung von Theorie und Anwendung ideal.

 

Welche Tipps geben Sie Berufstätigen oder Menschen mit internationalem Hintergrund, die über ein Fernstudium nachdenken?

Mach es! Wenn du dir die Frage nach einem Fernstudium stellst, lautet die Antwort meist schon „Ja“. Es ist anstrengend und anspruchsvoll, aber machbar. Nutze deine Berufserfahrung als Stärke – sie ist ein großer Vorteil. Du kannst Studieninhalte direkt mit der Praxis verbinden. Sei realistisch mit deiner Zeitplanung. Ein Fernstudium neben dem Beruf dauert vielleicht länger – das ist in Ordnung. Qualität ist wichtiger als Geschwindigkeit. Lass dich von der Sprache nicht entmutigen. Fehler gehören dazu. Akademisches Deutsch ist anspruchsvoll, aber man lernt durch Anwendung. Und: Bau dir eine Community auf. Ein Fernstudium kann einsam sein – suche den Austausch. Erinnere dich in schwierigen Momenten an dein „Warum“. Und das Wichtigste: Du schaffst es! Ich habe es geschafft – also kannst du es auch.

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