Inga Schlüter hat 2014 erfolgreich den Bachelorstudiengang Gesundheitsökonomie an der APOLLON Hochschule absolviert und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiengangskoordinatorin im Studiengang Hebammenwissenschaft an der HAWK Göttingen. Seit vielen Jahren unterstützt sie zudem die APOLLON Hochschule als Coachin in den Einführungsseminaren – sowohl digital als auch vor Ort in Bremen. Wir haben mit ihr über ihre Motivation, die Aufgaben der Coaches und die Bedeutung einer guten Begleitung für neue Studierende gesprochen.
Frau Schlüter, Sie haben 2014 Ihren Bachelor in Gesundheitsökonomie an der APOLLON Hochschule abgeschlossen. Wie kam es, dass Sie der Hochschule auch nach Ihrem Abschluss verbunden geblieben sind?
Inga Schlüter: Ich habe im Fernstudium an der APOLLON Hochschule sehr gute Erfahrungen gemacht. Noch während meines Studiums wurde ich vom Studienservice angesprochen, ob ich mir vorstellen könne, Coachin zu werden. Da ich das Hochschulleben gerne weiterhin begleiten wollte, habe ich sofort zugesagt. Es war eine schöne Möglichkeit, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben.
Wie gestaltet sich die Arbeit der Coaches organisatorisch?
Es gibt jedes Jahr eine Terminabfrage, bei der alle Coaches ihre Einsatzmöglichkeiten angeben können – sowohl für Präsenz- als auch für Online-Seminare. Ich persönlich mag die Präsenztreffen sehr, weil gerade in den Pausen oft tolle Gespräche entstehen. Insgesamt übernehme ich etwa zehn Coachings pro Jahr. In den Einführungsseminaren arbeiten wir meist zu dritt, sodass für jede Gruppe ein Coach oder eine Coachin zur Verfügung steht. Die Studierenden freuen sich in der Regel sehr über Menschen, die selbst an der APOLLON Hochschule studiert haben oder noch studieren – das schafft Nähe und Vertrauen.
Wie würden Sie die Aufgabe der Coaches in den Einführungsseminaren beschreiben?
Unsere Aufgabe ist es, den neuen Studierenden den Übergang ins Studium so leicht wie möglich zu machen. Wir unterstützen sie dabei, sich zurechtzufinden, schaffen eine offene Atmosphäre und geben praktische Tipps aus eigener Erfahrung. Wir sind keine Lehrenden, sondern begleiten die Studierenden sehr niedrigschwellig, immer auf Augenhöhe.
Wie unterscheiden sich Coachings und Mentoring voneinander?
Wir Coaches konzentrieren uns auf den direkten Einstieg ins Studium – also auf die Fragen und Herausforderungen der ersten Tage und Wochen. Die APOLLON Hochschule hat eine sehr heterogene Studierendenschaft: Menschen, die frisch aus der Schule kommen, solche, die seit Jahren im Beruf stehen, oder solche, die noch nie studiert haben. Alle bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit, und genau hier setzen wir an.
Das Mentoring hingegen ist langfristiger und persönlicher angelegt. Mentorinnen und Mentoren begleiten die Studierenden über einen längeren Zeitraum durch verschiedene Studienphasen hindurch. Beide Rollen ergänzen sich hervorragend. Einige Kolleginnen und Kollegen machen beides – so auch ich.
Wie sieht ein typischer Einsatz als Coachin während eines Einführungsseminars aus?
Am zweiten Seminartag gibt es eine Fragerunde, in der die Studierenden sehr offen ihre Anliegen ansprechen können. Häufig geht es dann um organisatorische Themen: Wie organisiere ich mein Fernstudium zwischen Familie, Beruf und Alltag? Wie laufen Online- oder Präsenzklausuren ab? Kann ich im Fernstudium Pausen einlegen – und wie funktioniert das? Was passiert, wenn ich eine Prüfung nicht bestehe? Es hilft vielen enorm, diese Fragen jemandem stellen zu können, der selbst durch das APOLLON Fernstudium gegangen ist.
In der anschließenden Ideenwerkstatt erstellen die Studierenden in Gruppen eine Präsentation unter realistischen Studienbedingungen. Hier sind wir Coaches vor allem Lernprozessbegleiter:innen: Wir unterstützen bei der Organisation, erläutern Kommunikationsabläufe, helfen bei der Abstimmung in der Gruppe. Je nach Zusammensetzung der Gruppe fällt der Unterstützungsbedarf unterschiedlich aus. Ein wenig fachliche Unterstützung gehört manchmal auch dazu – aber das ist nicht unser Hauptfokus.
Warum ist es aus Ihrer Sicht so wertvoll, dass Studierende gleich zu Beginn ihres Studiums durch Coaches begleitet werden?
Gerade am Anfang des Studiums bestehen oft große Unsicherheiten, egal, ob jemand direkt von der Schule kommt, nach vielen Berufsjahren wieder oder zum ersten Mal studiert. Wir helfen dabei, diese Unsicherheiten abzubauen, öffnen Türen und sorgen dafür, dass die Studierenden schnell Anschluss finden. Oft legen wir WhatsApp-Gruppen an oder vernetzen die Menschen anders – das erleichtert vieles.
Und: Die Hemmschwelle, Professorinnen und Professoren anzusprechen, ist zu Beginn häufig hoch. Bei uns Coaches ist das anders. Wir ermutigen aber immer ausdrücklich dazu, auch auf die Lehrenden zuzugehen und Fragen zu stellen.
Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Studierenden? Gibt es ein besonderes Erlebnis, an das Sie gerne zurückdenken?
Die Rückmeldungen sind durchweg positiv, was mich natürlich sehr freut. Ein besonders schönes Erlebnis war eine Studierende, die sich mit mir als Coachin so wohl gefühlt hat, dass sie mich unbedingt als Mentorin behalten wollte – und zwar über ihr gesamtes Studium hinweg. Eigentlich ist auch das Mentoring nur für eine bestimmte Phase gedacht, aber in diesem Fall war meine Unterstützung für sie ein wichtiger mentaler Rückhalt. Solche Momente zeigen mir, wie wertvoll diese Arbeit ist.